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Das 1 x 1 der Magazingestaltung: Das Gestaltungsraster


Die Gestaltung eines Magazins erfordert im Vergleich zur Gestaltung einer Visitenkarte oder eines Briefbogens ein Konzept und einige, im Vorfeld stattfindende Überlegungen, denn hier gilt es, größere Textmengen sinnvoll und logisch und somit gut erfassbar für den Leser auf mehreren Seiten zu verteilen. In diesem Teil der Artikel zur Magazingestaltung widmen wir uns dem Gestaltungsraster und dem Grundlinienraster.

Das Gestaltungsraster ist ein eine sinnvolle horizontale und vertikale Unterteilung der Seite, das dabei hilft, sämtliche Texte, Bilder, Grafiken und alle anderen Bestandteile der Seite zu verteilen. Einer immer wieder aufkommende Kritik am Gestaltungsraster kommen wir gleich zuvor: Nein, es schränkt nicht die Kreativität mit ein, ganz im Gegenteil. Viele, auch erfahrene Grafiker schwören auf das Gestaltungsraster, da es je nach Unterteilung die kreativen Ideen nicht nur in die richtigen Bahnen lenkt, sondern sogar die Ideen, die bei der Arbeit stehen, fördert und unterstützt. Wichtige Elemente lassen sich leichter ordnen und korrigieren, die optischen Achsen werden leichter beachtet und eingehalten.

Wichtiger Bestandteil: Das Grundlinienraster

Das Gestaltungsraster wird unter anderem durch das Grundlinienraster beziehungsweise dessen Anfang und Ende definiert – deswegen betrachten wir zunächst das Grundlinienraster.

Das Grundlinienraster ist ein gedachtes Raster aus horizontalen Linien, deren Abstand zueinander dem Abstand der Grundtextzeilen entspricht. Ein Grundtext in einem Magazin hat beispielsweise eine Schriftgröße von zehn Punkt und einen Zeilenabstand von zwölf Punkt. Damit nun die Zeilen des Grundtextes in jeder Textspalte auf der gleichen Höhe verlaufen, arbeitet man mit dem Grundlinienraster. In den Layoutprogrammen wie Adobe InDesign kann dem Grundtext dieses Raster zugewiesen werden. Sodann lassen sich Texte, die mit dem Format Grundtext aufgezeichnet werden, ganz automatisch nur innerhalb dieses Rasters platzieren. Andere Textbausteine wie Überschriften, Zwischenüberschriften oder Bildunterschriften werden in der Regel nicht an diesem Raster ausgerichtet werden. Das Grundlinienraster ist somit die kleinste und eine fixe Einheit innerhalb des Gestaltungsrasters.

Die Zeilen des Grundtextes verlaufen alle auf dem blau markierten Grundlinienraster; die Zwischenüberschrift wird nicht am Raster ausgerichtet.

Weitere Bestandteile des Gestaltungsrasters

Das Gestaltungsraster besteht aus einzelnen Rasterzellen, die wiederum aus horizontalen und vertikalen Linien entstehen. Die Ränder zum zur Papierkante hin werden bereits durch den Satzspiegel festgelegt. (Den Weg zur Satzspiegelfindung können Sie hier, hier und hier nachlesen.) Weiterhin wird das Gestaltungsraster durch die Anzahl der Spalten, durch die Größe der Spaltenabstände sowie auch durch das Grundlinienraster definiert.

Im Beispiel ist die Breite des Satzspiegels in acht Zellen unterteilt worden, die Höhe ist mit zehn Zellen unterteilt. Jedes Element, dass nun platziert wird, orientiert sich nun an den Zellen und schließt mit ihnen ab – Ausnahmen bestätigen die Regel. Je feiner die Einheiten bzw. die Unterteilung des Gestaltungsraster, umso flexibler sind die Platzierungsmöglichkeiten der einzelnen Elemente.

Die blauen Rasterzellen definieren das Gestaltungsraster.

Das Grundlinienraster kann dazu eingeblendet werden.

Die Seite kann nun mit Inhalten gefüllt werden; das Ordnungssystem hilft bei der Verteilung und sorgt für die notwendigen, optischen Achsen.

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Claudia Korthaus arbeitet seit ihrer Ausbildung zur Schriftsetzerin in verschiedenen Bereichen der Gestaltungsbranche. Sie ist als Autorin von Artikeln und Fachbüchern tätig, entwickelt grafische Konzepte und Redesigns für Unternehmen und unterrichtet Grafik, Gestaltung und Typografie. Seit 2016 erstellt sie für Printcarrier.com redaktionelle Inhalte.
Kategorie: Magazine



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