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Beweisen Sie Stil – Die 3 Regeln der guten Gestaltung // Regel #1


Im luftleeren Raum gestaltet es sich nicht gern, und so muss jeder verantwortungsvolle Gestalter möglichst viele Informationen haben, um ein ansprechendes Ergebnis liefern zu können. Dabei spielt die Art des Druck- oder Weberzeugnisses eine genauso entscheidende Rolle wie die Zielgruppe und natürlich der Inhalt. Handelt es sich um ein Buch, ein Magazin oder ein Lexikon? Liest der Leser linear, Satz für Satz und Zeile für Zeile oder springt er von Stichpunkt zu Stichpunkt? Schlägt er vielleicht etwas Bestimmtes nach, das er schnell finden will? Oder will er schnell einen Überblick über die Seite erhalten? Die verschiedenen Antworten und die sich daraus ergebenden vielfältigen Anforderungen, die an die Gestaltung gestellt werden, lassen so manchen unschlüssig und unsicher werden. Doch die gute Nachricht lautet: Trotz der unterschiedlichen Ansprüche bleiben die Grundgesetze guter Gestaltung gleich.

Kurz: Die Anleitung für gutes Design lässt sich auf drei Gestaltungsregeln reduzieren.

Gestaltungsregel #1: „Blickfang schaffen“

Gestalter beziehungsweise deren Kunden haben grundsätzlich ein gemeinsames Ziel: Die Aufmerksamkeit des Betrachters zu gewinnen. Dies erreicht man, indem man mit einem Blickfang arbeitet, einem Element, das die Blicke auf sich zieht und den Betrachter für einen kurzen Moment oder auch für länger festhält. Allerdings darf dieser Blickfang keine leere Versprechung sein. Er muss zumindest so viel Information beinhalten, dass der Betrachter sofort erkennt, um was es geht.

Als Blickfang können Textelemente, grafische Objekte, aber natürlich auch Bilder dienen. Form und Lautstärke des Blickfangs sind wie viele andere Faktoren von der Art des Gestaltungsobjekts abhängig und sollten entsprechend gewählt werden.

Warum laut nicht immer gut ist.

Ein Blickfang muss nicht unbedingt laut sein. Auf einer Visitenkarte eines Rechtsanwalts würde ein neonfarbener dreidimensionaler Namenszug unpassend sein, auch wenn es definitiv ein Blickfang wäre – hingegen funktioniert der Anwaltsname, lediglich etwas größer oder in einer anderen Schrift gesetzt, durchaus. Ein solcher ästhetischer Blickfang erfüllt seinen Dienst, bleibt aber unauffällig und dezent.

Im Beispiel sind drei Entwürfe einer Visitenkarte zu sehen. Im ersten Entwurf fehlt der Blickfang völlig, im zweiten konkurrieren Name und Titel. In der dritten Variante hat sich der Gestalter für einen Blickfang entschieden, die restlichen Informationen sind zurückhaltend und trotzdem noch in sich gegliedert.

Wollen Sie auffallen?

Anders hingegen verhält es sich mit dem optischen Blickfang, wie es beispielsweise bei den sogenannten Störern der Fall ist. Der Hinweis zum Ausverkauf, quer über die Seite platziert und mit viel Farbe und Größe hervorgehoben, ist ein lauter Blickfang, der ebenfalls seine Berechtigung hat.

Das Beispiel zeigt die Anzeige einer Elektrofirma. Hier wäre ein ästhetischer Blickfang unangemessen – die Art des Projekts verlangt einen optischen Blickfang. In der ersten Variante ohne Blickfang kann der Leser nicht auf einen Blick erkennen, was beworben wird. In der zweiten Variante hat der Gestalter den Blickfang auf die 15% gesetzt, das Datum folgt als zweite Priorität.

      

Der Macher: Übernehmen Sie die Entscheidung

Die Entscheidung, welche Information als Blickfang ausgewählt und entsprechend hervorgehoben wird, ist häufig schnell getroffen. Bei Veranstaltungen sind es die Titel wie Musiker, Namen des Marktes oder Titel des Vortrags – Datum, Ort und Uhrzeit müssen zudem deutlich sichtbar sein. In der Werbung sind es häufig die beworbenen Objekte oder die Dienstleistung und weniger die Firmennamen. Doch nicht immer ist die Entscheidung so klar. In manchen Fällen gibt es kein richtig oder falsch. Als Gestalter sollte man aber in jedem Fall eine Entscheidung treffen, damit Konkurrenz zwischen mehreren Blickfängen erst gar nicht aufkommt.

 

 

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Claudia Korthaus arbeitet seit ihrer Ausbildung zur Schriftsetzerin in verschiedenen Bereichen der Gestaltungsbranche. Sie ist als Autorin von Artikeln und Fachbüchern tätig, entwickelt grafische Konzepte und Redesigns für Unternehmen und unterrichtet Grafik, Gestaltung und Typografie. Seit 2016 erstellt sie für Printcarrier.com redaktionelle Inhalte.



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