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Das 1×1 der Magazingestaltung: Schrift und Lesbarkeit


Gerade bei längeren Texten – beispielsweise in Magazinen – entscheidet die Lesbarkeit der Schrift und der Gestaltung, ob und wie die Informationen vom Leser aufgenommen werden. Tatsächlich haben Untersuchungen gezeigt, dass gut lesbarer Inhalt als interessanter empfunden wird. In der Magazingestaltung ist also die Wahl der passenden Schrift ein entscheidendes Kriterium!

Gliedern Sie effektiv: mit Schriftschnitten

Umfangreiche Inhalte müssen gegliedert werden. Für Magazine stehen dafür unterschiedliche Arten von Textauszeichnungen zur Verfügung. Ganz klassisch sind Überschriften, Zwischenüberschriften, Grundtexte und Bildunterschriften; Sie können aber auch weitere Kategorien für Infokästen, URLs oder Zitate einführen. Der Grundtext sollte in einem gut erkennbaren und eher unauffälligen Schnitt ausgezeichnet werden; die Überschriften und Zwischenüberschriften dürfen auch fetter oder kursiv sein.

Im unteren Bild wird mit sechs verschiedenen Schriftschnitten beziehungsweise Größen gegliedert – auch das Gliedern mit Farbe ist möglich:

Grundsätzlich gilt hier: Je kürzer der Text, desto ungewöhnlicher – und auch desto schwerer lesbar – darf die Schrift sein. Wichtig ist, dass sich die Einteilungen durch das gesamte Heft – und bei Regularien durch jedes der erscheinenden Ausgaben – durchziehen, denn nur so kann der Leser die Auszeichnungen wiedererkennen und zuordnen.

Auffällige und ungewöhnliche Schriften sollten nur als Auszeichnung oder Hingucker verwendet werden wie im folgenden Beispiel.

Ein heißes Eisen: Die Wahl der Schrift

Wieso dieser Artikel nicht mit der eigentlichen Wahl der Schrift beginnt? Weil tatsächlich das eben erwähnte Gliedern mit Schrift der erste Schritt ist. Was nutzt die beste Schrift, gut lesbar, inhaltlich passend, ihre Wirkung optimal ausgesucht, wenn sie nur in einem Schnitt vorhanden ist? Gerade Schreibschriften oder sogenannte Stilschriften liegen häufig nur in einem oder in zwei Schnitten vor und auch bei anderen, frei erhältlichen Schriften gibt es teilweise zu wenig Auswahl.

Die Fira Sans von Google bietet eine Menge Schnitte zur Auswahl an:

Streit vermeiden: Begrenzen Sie die Schriftanzahl

„Kein Problem, dann nehme ich halt noch ein paar andere Schriften dazu“, denkt sich dann der eine oder andere. Grundsätzlich ist das auch kein Problem, solange sich zum einen „ein paar“ nicht mehr als drei ist; sich auf zwei Schriften zu beschränken ist häufig auch eine gute Entscheidung. Zum anderen sollten Sie dafür sorgen, dass sich die zu kombinierenden Schriften auch miteinander vertragen. Ein Streitpunkt könnte sein, dass sich die Schriften zu sehr ähneln – durch deutliche Größenunterschiede kann man hier manchmal eine handfeste Auseinandersetzung vermeiden. Ein weiterer Streitpunkt kommt auf, wenn die Schriften untereinander konkurrieren, was sie dann tun, wenn es sich um mehrere ungewöhnliche bzw. auffällige Schriften handelt. Entscheiden Sie also klar, wer die Diva und wer das Fußvolk ist.

Das Laufweitengeheimnis: Ob zu eng oder zu weit ist entscheidend

Gerade bei kostenlosen Schriften ist die Laufweite hin und wieder unausgeglichen. Hier hat sich der Schriftersteller wenig Mühe gemacht, die Abstände aller Buchstaben untereinander individuell auszugleichen – auf eine gewisse Art verständlich, wenn er die Schrift kostenlos verbreitet. Dadurch entsteht insgesamt ein unausgewogenes Gesamtbild, was die Lesbarkeit trübt. Achten Sie hier also auf gute Qualität, gerade bei der Schrift, die für die längeren Passagen, also die Grundtexte, dient.

Besonders deutlich wird der Einfluss der Laufweite auf die Lesbarkeit bei einer Monospaced-Schrift wie der Source Code Pro, bei der – in diesem Fall absichtlich – jedes Zeichen den gleichen Raum beansprucht:

Die besten Tipps zur Magazingestaltung

Neben der Schrift gibt es aber noch weitere Kriterien, die für mehr oder weniger gute Lesbarkeit sorgen, unter anderem auch ein optimaler Satzspiegel (siehe Artikel hier). Im nächsten Artikel aus der Reihe Magazingestaltung erfahren Sie, wie Sie mit den optimalen Zeilenlängen und Zeilenabständen Ihre Leser bei Laune halten.

 

(Bildverweise: Nejron Photo / Shutterstock.com; Andrey Yurlov / Shutterstock.com; ssguy / Shutterstock.com; Maksim Toome / Shutterstock.com)

 

 

 

 

 

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Claudia Korthaus arbeitet seit ihrer Ausbildung zur Schriftsetzerin in verschiedenen Bereichen der Gestaltungsbranche. Sie ist als Autorin von Artikeln und Fachbüchern tätig, entwickelt grafische Konzepte und Redesigns für Unternehmen und unterrichtet Grafik, Gestaltung und Typografie. Seit 2016 erstellt sie für Printcarrier.com redaktionelle Inhalte.
Kategorie: Gestaltungstipps

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