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Das 1×1 der Magazingestaltung: Textverwaltung


Bei der Gestaltung von umfangreichen Druckprojekten wie Magazinen und Broschüren gelten teilweise andere Regeln als bei Postern oder Visitenkarten. In unserer Reihe zur Magazingestaltung haben wir bereits die Erstellung von Satzspiegeln, die Besonderheiten zur Lesbarkeit und die Arbeit mit dem Gestaltungsraster betrachtet. In dieser Folge lernen wir die Besonderheiten bei der Textverwaltung kennen, die uns immer dann begegnen, wenn man als Gestalter größere Textmengen über mehrere Seiten zu handhaben hat.

Die Verwaltung von größeren Textmengen unterliegt speziellen Regeln. Große Textmengen müssen so aufgeteilt werden, dass die Seite trotzdem noch anschaulich und ansprechend gestaltet wird und nicht der vielzitierten Textwüste gleicht.

Auf einen Blick: der Zeilenabstand

Der Abstand von Zeile zu Zeile sowie die Länge der Zeilen sind Faktoren, die die Lesbarkeit und natürlich die optische Wirkung einer Seite beeinflussen. Der Zeilenabstand beträgt in der Regel bei längeren Texten in Grundschriftgrößen 120 Prozent. Eine Schrift in 10 Punkt benötigt somit einen Zeilenabstand von 12 Punkt. Allerdings gibt es auch Schriften, die besonders klein oder besonders groß ausfallen. Hier sollten Sie von Fall zu Fall unterscheiden; eine Schrift mit großen Mittellängen benötigt in der Regel einen größeren Zeilenabstand als eine Schrift mit kleinen Mittellängen. Grundsätzlich gilt: Je größer die Schrift, desto kleiner im Verhältnis der Zeilenabstand. Während also eine 10-Punkt-Schrift mit 12 Punkt Zeilenabstand gut auskommt, kann eine 24-Punkt-Schrift mit einen Zeilenabstand von 26 Punkt gut aussehen, und bei einer 76-Punkt-Schrift ist es vielleicht sogar angemessen, den Zeilenabstand auf 70 Punkt zu reduzieren.

Der Lesetipp: die Zeilenlänge

Einzelne Zeilen sollten nicht mehr als fünf bis acht Wörter enthalten, da sonst das Auge, am Ende der Zeile angekommen, nicht ohne weiteres den Anfang der nächsten Zeile findet und somit in der Zeile verrutscht. Somit sollte ab einer bestimmten Satzbreite der Satzspiegel in jedem Fall in mehrere Spalten unterteilt werden.

Bei zu schmalen Zeilen hingegen entstehen zu viele Trennungen, was unschön aussieht und den Lesefluss ebenfalls stört. Die Spaltenanzahl beträgt beispielsweise für ein Magazin im Format DIN A4 zwischen zwei und drei Spalten; manchmal sieht man auch verschiedene Spaltenvariationen innerhalb eines Heftes. Drei Spalten bieten in jedem Fall genug Flexibilität, um Bild und Text auf angenehme, ruhige oder auch frische Art und Weise zu kombinieren. Die Headlines laufen dann über zwei oder drei Spalten, Kästen lassen sich ebenfalls variieren. Die Bildbreiten belaufen sich in der Regel auf ein-, eineinhalb, zwei- oder drei Spalten.

Drei Spalten pro Seite im Format DIN A4 sind eine gängige Unterteilung.

Auch eine Kombination von zwei und drei Spalten pro Doppelseite ist möglich.

Kolumnentitel

Üblicherweise findet man oben am Satzspiegel einen lebenden Kolumnentitel, der aus der Seitenzahl mit Text besteht. Bei dem Text handelt es sich um den Artikelnamen, eine Artikelbeschreibung, eine Kapitelüberschrift oder eine Rubriküberschrift – deswegen als „lebend“ bezeichnet, weil der Text abhängig vom Seiteninhalt wechselt. In der Praxis wird die Seitenzahl aber häufig innerhalb des toten Kolumnentitels unten auf der Seite platziert.

Der tote Kolumnentitel befindet sich meist unten auf der Seite und besteht ebenfalls aus der Seitenzahl, bei Bedarf mit ergänzendem, fixem Text. Hier werden beispielsweise Name und Ausgabe der Zeitschrift platziert.

Lebende Kolumnentitel wechseln ihren Inhalt und fühlen sich am Kopf der Seite wohl.

Nicht vergessen: einzelne Zeilen

Einzelne Zeilen, die am Ende einer Spalte – oder gar einer Seite – stehen, sind zu vermeiden. Das gleiche gilt für eine einzelne Zeile, die oben in einer Spalte – oder gar einer neuen Seite – steht. Diese sogenannten Schusterjungen und Hurenkinder gilt es zu vermeiden; Zweifelsfall und wenn man nicht in den Text eingreifen darf, müssen Bildgrößen oder Abstände leicht verändert werden.

Auch Zwischenüberschriften sollten nicht am unteren Spaltenende stehen. Ihnen sollten immer mindestens zwei bis drei Grundtextzeilen folgen.

Einzelne Zeilen am oberen oder unteren Spaltenrand sollten vermieden werden.

Gestalten Sie sich interessant

Wer den Text nun noch durch Größen und Auszeichnungen optimal gliedert, wie es im Artikel zur Lesbarkeit bei der Magazingestaltung erläutert wird, schafft beste Vorrausetzungen für gute Übersicht und Lesbarkeit – und somit für ein hohes Interesse. Wir wünschen viel Erfolg mit Ihrem Magazin!

Bildnachweise: I_B/shutterstock; Malota/shutterstock; Jesus Cervantes/shutterstock; Color Symphony/shutterstock; iravgustin/shutterstock; Mikhail Klyoshev /shutterstock; ESB Professional/shutterstock;

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Claudia Korthaus arbeitet seit ihrer Ausbildung zur Schriftsetzerin in verschiedenen Bereichen der Gestaltungsbranche. Sie ist als Autorin von Artikeln und Fachbüchern tätig, entwickelt grafische Konzepte und Redesigns für Unternehmen und unterrichtet Grafik, Gestaltung und Typografie. Seit 2016 erstellt sie für Printcarrier.com redaktionelle Inhalte.
Kategorie: Tipps & Tricks

Magazine mit Spiralbindung:


DIN A6 (10,5 x 14,8 cm)
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Magazine mit PUR-Klebebindung:


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Innenseiten: 115g glänzend, Umschlag: 170g glänzend + Außenseite folienkaschiert glänzend
4/4-farbig (beidseitiger Druck)
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Innenseiten: 80g Werkdruckpapier, Umschlag: 250g glänzend + Außenseite folienkaschiert glänzend
4/4-farbig (beidseitiger Druck)
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298,00 EUR NETTO


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