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Das 1 x 1 der Magazingestaltung: Wirkung von Formen


Warum wirkt die eine Gestaltung harmonisch, die andere nicht? Warum fühlen wir uns von einem Flyer angesprochen, von einem anderen nicht? Und warum haben wir bei einer Visitenkarte kein besonders gutes Gefühl, die anderen hingegen strahlt Sicherheit und Vertrauen aus? Eine Gestaltung setzt sich immer aus verschiedenen Gestaltungselementen zusammen. Dazu zählen das Format, der verwendete Weißraum, die Schrift, die Bilder und die Farben. Aber wussten Sie, dass auch grafische Formen eine Wirkung haben und als Gestaltungselement nicht zu unterschätzen sind?

Eine Form ist immer nur ein Teil der Gestaltung

Ein Dreieck wirkt anders als ein Kreis, und die Wirkung der Linie ist stark von ihrer Richtung abhängig. Setzen Sie ihre grafischen Formen gekonnt ein, und unterstreichen Sie damit Ihre gewünschte Aussage. Bedenken Sie jedoch, dass jede Form durch das Hinzufügen von Farbe und anderen Objekten in seiner Wirkung unterstützt, aber auch in seiner Wirkung aufgehoben oder geschwächt werden kann.

Der Kreis

Der Kreis ist das harmonische Objekt überhaupt. Er ist stabil, in sich geschlossen, er ist klar und symmetrisch. Durch gänzlich fehlende Ecken oder Kanten wirkt er weich und sympathisch, freundlich, er steht für die Unendlichkeit, für die Weiblichkeit und für den nicht endenden Kreislauf des Lebens. So lässt er sich hervorragend für Ruhe und Geborgenheit, für Wellness, für enge Verbindungen und für Stabilität einsetzen; er vermittelt Vertrauen und Sicherheit, Zusammengehörigkeit und Ruhe.

Die Ellipse

Die Wirkung der Ellipse ist stark davon abhängig, auf welcher Seite sie liegt. Liegt sie auf der langen Seite, wirkt sie ähnlich wie das Querformat eher ruhig und gelassen, stabil und vielleicht auch bequem. Stellt man sie auf die schmale Seite, kann sie je nach Seitenbreite schnell instabil werden, wirkt aber in jedem Fall aktiv und aufrecht.

Das Rechteck

Das Rechteck mit seinen vier Seiten wirkt klar, aber weniger interessant als der Kreis. Seine Kanten erinnern an Männlichkeit; gefüllte Rechtecke verbindet man mit Bausteinen; dicke Ränder sorgen für eine gewisse Schwerfälligkeit, aber auch Stabilität und Geborgenheit. Je nachdem, ob das Rechteck auf seiner langen oder seiner kurzen Seiten liegt, sind die Wirkungen auch hier unterschiedlich: Ruht es auf der langen Seite, wirkt es stabil und ruhig, und durch das panoramaähnliche Format scheint es eher gewöhnlich. Liegt das Rechteck auf der kurzen Seite, erscheint es uns ungewöhnlicher, aktiv, dominant und irgendwann, wenn die kurze Seite im Verhältnis zur langen Seite zu schmal wird, wackelig und unsicher.

Das Quadrat

Das Quadrat als absolute Grundform hat vier gleich lange Seiten, durch die eine Ruhe und Ausgeglichenheit vermittelt wird. Es hat eine beruhigende Wirkung und vermittelt Ordnung, Struktur und Zusammenhalt; durch seine Kanten kann es auch hart wirken.

Die Raute

Dreht man das Quadrat um 45 Grad, verwandelt es sich in eine Raute. Auf seiner Spitze stehend, ist es unruhig und unsicher, aber auch aktiv. Es vermittelt in jedem Fall ein „Achtung“ und wird entsprechend als Warnschildform verwendet.

Das Dreieck

Das Dreieck steht für Dynamik, durch seine Spitzen für Männlichkeit und Härte. Einen großen Teil seiner Wirkung ist von seiner Lage abhängig. Zeigt die flache Seite nach unten, dann liegt das Dreieck als A-Form stabil auf, und wir empfinden durch die aufsteigende Spitze Optimismus. Steht es allerdings auf der Spitze, wird es sofort wackelig, steht für Instabilität und für „Achtung Aufmerksamkeit“, so wie es zum Beispiel auch im Straßenverkehr eingesetzt wird. Im religiösen Sinn steht das Dreieck für die Dreifaltigkeit.

 

Die Linie

Die Linie als Teil einer jeden Grundform hinterlässt ihre Wirkung je nach Winkel. Aufgrund unserer Leserichtung von links nach rechts hat eine senkrechte Linie eine trennende und endgültige Wirkung. Gleichzeitig steht sie auf schmalen Füßen und ist schnell instabil und dynamisch. Waagerechte Linien werden zum Beispiel auch als Unterstreichung verwendet. Sie betonen, sind stabil und statisch.

Linien in anderen Winkeln wirken grundsätzlich von links nach rechts, da dies unserer Leserichtung entspricht. Steigt also eine Linie von links unten nach rechts oben auf, wirkt sie optimistisch, aktiv, es geht aufwärts. Eine Linie von links oben nach rechts unten hingegen wirkt, als ginge es abwärts, pessimistisch; Pfeilspitzen verstärken den Eindruck.

 

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Claudia Korthaus arbeitet seit ihrer Ausbildung zur Schriftsetzerin in verschiedenen Bereichen der Gestaltungsbranche. Sie ist als Autorin von Artikeln und Fachbüchern tätig, entwickelt grafische Konzepte und Redesigns für Unternehmen und unterrichtet Grafik, Gestaltung und Typografie. Seit 2016 erstellt sie für Printcarrier.com redaktionelle Inhalte.

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