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Textausrichtung – Teil 1: Der Blocksatz


Links, rechts oder gar mittig? Die besten Tipps zur Textausrichtung

Das Vokabular erinnert an die Politik, das Thema ist jedoch ein ganz anderes: die Ausrichtung von Textzeilen. Wer hier unentschlossen ist und nicht zur optimalen Ausrichtung greift, erschwert zum einen dem Betrachter das Lesen, zum zweiten erweckt er eventuell auch einen falschen Eindruck. Wir betrachten die gängigen Ausrichtungsmöglichkeiten von Texten und verraten Ihnen die Vor- und Nachteile. Im ersten Teil beschäftigen wir uns mit dem Blocksatz.

Wenig Aufwand, gute Wirkung – Der Blocksatz

Beim Blocksatz, den Sie meist bei größeren Textmengen in Zeitungen, Magazinen und Büchern finden, befinden sich Zeilenanfang und Zeilenende senkrecht exakt übereinander; wir haben also am Zeilenanfang und am Zeilenende einen Bund. Die Wirkung von Blocksatz ist ähnlich wie sein Name: kantig, wenig kreativ, statisch. Für viele Medien ist diese Wirkung aber nicht die schlechteste, ganz im Gegenteil. Sachliche Informationen lassen sich in einem – gut gemachten – Blocksatz leicht aufnehmen.

Beim Blocksatz stehen Zeilenanfang und Zeilenende untereinander.

Kennen Sie die drei Variablen?

Die Qualität des Blocksatzes ist von mehreren Faktoren abhängig. Selbstredend sind nicht automatisch alle Zeilen gleich lang. Während man beim Handsatz mit ornamentalen oder figürlichen Zeichen dafür sorgte, dass die Zeilenenden untereinander ausgerichtet waren, überlässt man den Ausgleich heute der Software. Diese kann an verschiedenen Variablen schrauben: die Größe der Wortzwischenräume, die Abstände der Buchstaben und je nach Software auch die Breite der Buchstaben. Beschränken wir uns aber gedanklich zunächst auf die folgenden beiden Variablen: Wortzwischenräume und Buchstabenabstände.

Der Lückenfüller: Wortzwischenraum

Je weniger Wortzwischenräume beziehungsweise Buchstaben zur Verfügung stehen, umso auffälliger ist es, wenn getrickst wurde. Stehen beispielsweise nur vier Wortzwischenräume zur Verfügung, um 10mm zu füllen, muss jeder Wortzwischenraum um 2,5mm vergrößert werden. Dieses Vorgehen reißt unschöne Lücken in den Satz und fällt auch dem ungeübten Betrachter auf. Würde der Ausgleich aber nicht in vier, sondern in zehn Wortzwischenräume stattfinden können, würde jeder Wortzwischenraum nur um 1mm vergrößert werden, was deutlich angenehmer wäre.

Das Platzgeheimnis: Zeichenabstand

Ähnlich verhält es sich mit dem Ausgleich zwischen den einzelnen Buchstaben. Eine zu füllende Lücke von 10mm lässt sich deutlich unauffälliger auf 70 Zeichen verteilen denn auf 35 Zeichen; hier besteht sonst die Gefahr, dass die Abstände zwischen den Zeichen so groß werden, dass der Text gesperrt wirkt, was nicht lesefreundlich ist.

Hier wurde nur eine Variation bei den Wortabständen zugelassen.

Hier wurde nur der Zeichenabstand variiert.

Hier wurden beide Variablen, der Wort- und der Zeichenabstand, erlaubt.

Kombiniert: Beides zu seiner Zeit

Somit ist für die Qualität des Blocksatzes in erster Linie die Satzbreite im Verhältnis zur Schriftgröße relevant. Je mehr Wörter beziehungsweise Zeichen in der Zeile sind, umso unauffälliger kann der Ausgleich stattfinden. Allerdings sind zu lange Zeilen auch nicht von Vorteil, da sie den Zeilenwechsel für das Auge erschweren. Generelle Empfehlungen sind schwer, da die optimale Satzbreite von zahlreichen Faktoren, nicht zuletzt vom Lesemedium und von der Zielgruppe abhängig gemacht werden sollte; für die klassische Buchtypografie hat sich die Empfehlung von 7 bis 12 Wörtern pro Zeile durchgesetzt.

Wir verraten Ihnen die richtigen Schrauben

Wo soll denn nun geschraubt werden dürfen? Auch wenn das Sperren von Text noch mehr verpönt ist als das Vergrößern der Wortzwischenräume, fährt man mit einer guten Kombination aus beiden Variablen immer noch am besten. Erlauben Sie also Ihrer Software, die Buchstabenabstände leicht zu erhöhen und zu verringern, genauso aber die Größe der Wortzwischenräume zu variieren. Je mehr Variablen sie hat, umso mehr Schultern stehen zur Verfügung, damit die Platzverteilung so unauffällig wie möglich von statten gehen kann.

Heute schlank, morgen breit: Achten Sie auf geringe Schwankungen

Und wer damit noch nicht zufrieden ist: InDesign bietet auch die Möglichkeit, die Buchstabenform zu verändern. Dieses Skalieren ist allerdings mit größter Vorsicht zu verwenden, da nicht nur die Strichstärke, sondern der gesamte Charakter der Schrift angekratzt wird. Letztlich kann aber auch hier über die Masse gearbeitet werden, und wenn man die 50 Zeichen in einer Zeile auf 98% oder 102% skaliert, gewinnt man Platz und ist gleichzeitig bei einer 12-Punkt-Schrift auch vor der strengen Typopolizei gut gewappnet.

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Claudia Korthaus arbeitet seit ihrer Ausbildung zur Schriftsetzerin in verschiedenen Bereichen der Gestaltungsbranche. Sie ist als Autorin von Artikeln und Fachbüchern tätig, entwickelt grafische Konzepte und Redesigns für Unternehmen und unterrichtet Grafik, Gestaltung und Typografie. Seit 2016 erstellt sie für Printcarrier.com redaktionelle Inhalte.



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