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7 Merkmale in denen sich Schriften unterscheiden


7 Details, um eine Schrift zu analysieren

Lassen Sie uns nun genauer betrachten, wodurch sich die Schriftarten unterscheiden. Denn wenn Sie die Feinheiten einer Schriftart erkannt haben, dann sehen Sie, wodurch die verschiedenen Wirkungen entstehen, und wie Sie diese nutzen können.

Schrift2Dicke oder dünne Strichstärke?

Beginnen wir mit der Stärke des Striches. Auch ohne Lupe und Profiblick erkennen wir – es gibt Fonts mit dünnen und mit dicken Strichen. Trotz gleicher Schriftgröße unterscheiden sich diese Strichstärken teilweise erheblich.

 

Schrift3Gleichbleibende oder wechselnde Strichstärke?

Eine gute Frage, deren Antwort nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich ist. Wenn Sie aber etwas genauer hinsehen, können Sie erkennen, wie beispielsweise die Helvetica oder die Arial einen (fast) gleichbleibenden Strich hat, während der Strich einer Garamond an manchen Stellen dicker und an manchen Stellen dünner ist. Viele der serifenlosen Schriftarten haben eine gleichbleibende Strichstärke; viele Serifenschriften haben eine wechselnde Strichstärke. Sehr ausgeprägt sind diese wechselnden Strichstärken übrigens bei allen Schriftarten, die als klassizistische Antiqua kategorisiert werden, also bei Schriften wie der Didot oder der Bauer Bodoni.

 

Schrift4Breiter oder schmaler Buchstabe?

Schriftarten unterscheiden sich in der Breite der Zeichen. Es gibt eher schmale Schriftarten wie die Meta, und breite Schriftarten wie die AvantGarde oder die Avenir. Und es gibt schmale und breite Schriftschnitte innerhalb einer Familie, wie zum Beispiel die American Typewriter, von der es normale Schnitte und schmale Schnitte gibt, die dann den Namen Condensed oder Narrow erhalten. Schriftarten, deren Formen auf Kreisen, Dreiecken und Rechtecken basieren, nennt man geometrische Schriften. Dazu zählen auch die Futura und die AvantGarde. Diese Schriftarten wirken durch die geometrischen Basisformen eher ausladend und breit.

 

Schrift5Serifen ja oder nein?

Und so gelangen wir zum nächsten Charakteristikum: den Serifen. Die kleinen Füßchen an den oberen und unteren Enden der Striche sind ein ausdrucksstarkes Stilelement und verändern die Wirkung einer Schriftart enorm. Aber Serifen sind nicht gleich Serifen. Es gibt dicke und dünne, es gibt abgerundete und eckige. Und vor allem gibt es unterschiedliche Übergänge vom Strich, also von der Senkrechten oder Waagerechten zu der Serife. Die Übergänge können abgerundet und weich sein bis hin zu ganz kantig und hart. Auch das charakterisiert eine Schrift und beeinflusst ihre Wirkung.

 

Geneigt oder gerade?

Die Neigung einer Schriftart ist ein weiterer Charakterzug. Sind die Senkrechten gerade oder schräg? In der Regel sind die Senkrechten bei den „normalen“ Schnitten senkrecht, bei den kursiven Schnitten sind sie schräg. Die Stärke der Neigung kann sehr unterschiedlich sein. Wer noch etwas genauer hinsieht, kann bei manchen runden Mittellängen wie dem o oder dem e eine Neigung erkennen, auch wenn es sich um eine gerade Schriftart handelt. Vor allem bei manchen Serifenschriften ist dieser Charakterzug zu finden und verleiht den Schriften etwas Altertümliches.

Auch der waagerechte Strich des kleinen e kann waagerecht oder leicht geneigt sein. Übrigens sind die kursiven Schnitte nicht einfach nur gekippt. Jeder echte kursive Schnitt hat eigens dafür geschnittene Buchstaben, und besonders bei den Serifenschriften sind diese Unterschiede auch deutlich zu erkennen: Achten Sie nur auf das e oder das a, und Sie sehen, dass sich nicht nur die Schräglage, sondern auch die Buchstabenform unterscheidet.Schrift6Schrift7

Kleine oder große Mittellängen?

Als Mittellänge oder auch x-Größe wird die Größe der Kleinbuchstaben wie w, e oder m bezeichnet. Im Verhältnis zum Großbuchstaben wie M, W oder K kann diese Größe unterschiedlich sein. Zur Verdeutlichung:

Schrift10Bei der Schriftart Helvetica sind die Mittellängen groß; wenn der Großbuchstabe, also die Versalhöhe, bei 100 Punkt liegt, ist die Mittellänge bei 68 Punkt, also bei 68 Prozent. Die Futura beispielsweise hat bei einer Versalhöhe von 100 Punkt nur eine Mittellänge von 62 Punkt, also bei 62 Prozent. Bei manchen Schreibschriften kann die Größe der x-Höhe sogar noch deutlich kleiner ausfallen, bei der Edwardian Script ITC beispielsweise liegt die Größe bei 40 Prozent.

 

Rund oder gebrochen?

Ein o ist rund, denkt man zunächst. Je nach Schriftart kann das aber auch ein Trugschluss sein. Ich denke da an die sogenannten gebrochenen Schriftarten. Landläufig werden sie auch als Frakturschriften oder auch als Gothik bezeichnet; ersteres ist nicht ganz korrekt ist, da die Fraktur nur eine Schrift beziehungsweise eine Untergruppe von den gebrochenen Schriften und gleichzeitig der Name einer ganz bestimmten Schriftart ist. Es gibt aber auch noch viele andere gebrochene Schriftarten, die sich in ihrer Breite, in der Art und Strenge der Brüche und in den Verzierungen unterscheiden.

Schriften11 Schrift12

 

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Claudia Korthaus arbeitet seit ihrer Ausbildung zur Schriftsetzerin in verschiedenen Bereichen der Gestaltungsbranche. Sie ist als Autorin von Artikeln und Fachbüchern tätig, entwickelt grafische Konzepte und Redesigns für Unternehmen und unterrichtet Grafik, Gestaltung und Typografie. Seit 2016 erstellt sie für Printcarrier.com redaktionelle Inhalte.
Kategorie: Schriftanalyse



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